KOSTENERSTATTUNG; Fahrt von Jena-West nach Nordhausen am 25.11.2009
Bahncardkundin ####################
Sehr geehrte Damen und Herren,
am 25.11. 2009 habe ich versucht, per Bahn die Stadt Nordhausen von Jena-West aus zu erreichen. Ich hatte eine Vortragsveranstaltung an der Fachhochschule Nordhausen, Beginn 19.00 Uhr, Aufbau 18.30 Uhr. Zur Überwindung der Strecke von 140 Kilometern, habe ich einen Zug um 15.15 gewählt, um meine pünktliche Ankunft nicht zu gefährden. Geplante Ankunft war 17.19 – wie sie beiligender Fahrkarte entnehmen können.
Der erste Zug von Jena West nach Weimar fuhr zwar pünktlich los, hatte aber auf einer Strecke von nicht einmal 20 Minuten bis Weimar dann 15 min Verspätung (RB 16228). Damit war der geplante Anschluss weg. Ich wartete auf den nächsten Zug nach Erfurt. Auch dieser (RE 3632) hatte dann 10 Minuten Verspätung. Ich bekam in Erfurt statt des geplanten Zuges nach Nordhausen (RE 16112) eine Regionalbahn nach Sangerhausen (RB 16492), dort musste ich noch einmal nach Nordhausen umsteigen.
Kurz vor Einfahrt in den Bahnhof Sangerhausen wurden die Verbindungen nach Nordhausen und zu anderen Reisezielen durchgegeben. So hätte ich – mit anderthalb Stunden Verspätung zwar aber noch immer rechtzeitig – mein Reiseziel in relativer Nähe zum Ausgangsbahnhof noch per Bahn erreicht.
Kurz nach dieser Ansage und wenige 100 Meter vor dem Bahnhof stoppte der Zug. Keine weiteren Erläuterungen durch die Zugbegleitung. Als er schließlich weiterfuhr, kamen wir in Sangerhausen an und alle Anschlußzüge waren weg. Ich entschied mich für das Taxi, um die Abendveranstaltung nicht zu gefährden. Den entsprechenden Beleg über 57,80 Euro lege ich bei. Selbstredend liefen zudem etliche Telefongebühren zur Abstimmung mit den Veranstaltern auf.
Zudem möchte ich anmerken, dass der Zubegleiter der Regionalbahn von Erfurt nach Sangerhausen (16492) am betreffenden Tag regelrecht unflätig war. Ich beschwerte mich sowohl über die Gesamtsituation als auch über die Tatsache, dass erst die Anschlußzüge durchgegeben, dann aber ohne weitere Informationen die Fahrgäste auf dem Bahnhof stehen gelassen werden – mitsamt verpassten Anschlüssen. Ich sagte „Seit drei Uhr bin ich ab Jena unterwegs…das kann doch nicht sein.“ Daraufhin er: „Sie erzählen Schwachsinn, früh um drei fährt gar kein Zug aus Jena.“ Mehr als diese Art von Spitzfindigkeiten (ich hätte 15 Uhr sagen sollen) sowie Beschimpfungen waren ihm nicht zu entlocken. Seinen Namen konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Er verweigerte die Auskunft.
Anbei meine Originalfahrkarte nach Nordhausen mit entsprechenden (leider unvollständigen) Vermerken des Reisezentrums in Sangerhausen.
Für die Fahrt über 140 km zwischen 2 thüringischen Städten habe ich insgesamt 3,5 Stunden benötigt, und auch dies nur dank des Taxieinsatzes. Ich habe dafür insgesamt 73,55 Euro bezahlt, mich schlecht behandeln lassen und nun investiere ich meine Zeit, um Ihnen solch’ unerfreuliche Briefe zu schreiben. Zeit, die ich als selbständige Publizistin dringend für andere Schriftstücke benötigen würde.
Ich bitte um umgehende Kostenerstattung für die Fahrstrecke, die ich nicht nutzen konnte, für Kommunkation und Taxikosten auf folgendes Konto:
Kontoinhaberin: Erika Musterfrau
Kontonummer: ############
Kreditinstitut: Bank
BLZ: ############
Inzwischen ist das Bahnfahren wieder teurer geworden. Womit rechtfertigt das Management eigentlich solche Maßnahmen? Wie lange werden Kunden wie die wie ich – das können Sie unschwer meinem Bahncardkonto entnehmen – die Bahn recht häufig nutzen, noch derlei „Dienstleistungen“ hinnehmen?
Da die oben beschriebene Episode kein Einzelfall ist, erlaube ich mir eine letzte Anmerkung: Ich bin sehr dafür, dass der Öffentliche Nahverkehr gestärkt wird. Aber nicht dieser!
Mit freundlichen Grüßen
Érika Musterfrau





